Hass-Sänger: Proteste in der Schweiz

Auftritt von Capleton in Basel soll abgesagt werden

Flagge der Schweiz
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Wieder gibt es Proteste gegen einen jamaikanischen Sänger, der in seinen Texten zur Ermordung von Schwulen aufruft. Diesmal ist es der Auftritt von Capleton in Basel am 6. November, der die Aktivisten der Homosexuellen Arbeitsgruppe Basel (Habs) auf die Barrikaden treibt.

LGBT-Aktivisten erklären, warum die Lieder das Hass-Sänger so gefährlich sind

In einem Brief an die Veranstalter erklärt die Habs, dass die schwulenfeindlichen Lieder in den vergangenen Jahren für viel Leid gesorgt hätten: „Mit dem Auftreten einiger homophober jamaikanischer Sänger wie Capleton, Sizzla, Elephant Man, Bounty Killer oder Beenie Man – die allesamt Texte kreierten, mit denen zum Mord an Schwulen aufgerufen wird – stieg in Jamaika Homophobie und damit auch das Abschlachten von Schwulen an“, so Habs-Sprecher Axel Schubert. Er ruft den Veranstalter dazu auf, „Capleton – solange er seine angeblich neu erworbene Toleranz nicht durch positiv zum Ausdruck gebrachte und gelebte Aktivität in Jamaika wie überall unter Beweis stellt – aus Ihrem Programm zu streichen“.

Capleton hat zwar 2007 den „Reggae Compassionate Act“ unterschrieben, mit dem er sich eigentlich von schwulenfeindlichen Aktionen distanzieren wollte. Von Songs wie „Bun Out Di Chi Chi“ oder „Hang Dem Up“ hat er sich aber noch nicht distanziert. Stattdessen erklärt er, seine Lieder rufen nicht zu Gewalt auf, die Texte seien im übertragenen Sinn zu verstehen. Das Feuer, in dem Schwule brennen sollten, sei vielmehr ein Symbol für die „reinigende Kraft Gottes“, so der Künstler.

In Deutschland sind Alben der Hass-Sänger auf dem Index

Die Debatte um Hass-Sänger kommt vor allem in Deutschland nicht zur Ruhe. Im August hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien Alben von Elephant Man und T.O.K. wegen schwulenfeindlicher Texte indiziert, Konzerte des Sängers Elephant Man wurden abgesagt.

Ob der Österreich-Auftritt von Elephant Man auch abgesagt wurde, will der Veranstalter Nova Music GGG.at trotz mehrmaliger Nachfrage nicht mitteilen. Für den Wiener Grünen Landtagsabgeordneten Marco Schreuder wäre ein Auftritt von Elephant Man tragbar, sein deutscher Parteikollege Volker Beck bleibt hart: „Wer in Jamaika zu Gewalt aufruft, soll in Deutschland kein Geld mit seiner Musik verdienen. Soviel Solidarität können die Lesben und Schwulen dort von uns erwarten“, meint Beck auf seiner Website und untermauert das mit Liedtexten des Künstlers.