agpro feiert zehnjähriges Bestehen

Seit zehn Jahren bemüht sich die agpro (austrian gay professionals) um mehr Toleranz gegenüber schwulen und bisexuellen Männern in der Arbeitswelt und darum, ein Netzwerk von schwulen und bisexuellen Führungskräften aufzubauen. Nationalratspräsidentin Barabara Prammer hat deshalb zu einer Feier geladen, die von Heide Schmidt moderiert wurde. Dabei wurden auch die agpro-Förderpreise vergeben.

Prammer betonte dabei, es sei ihr ein besonderes Anliegen, Organisationen ins Parlament einzuladen, die sich für gleiche Chancen homosexueller Menschen einsetzen. Es seien aber noch große Hürden zu bewältigen, bis die völlige Gleichstellung erreicht ist. Das Parlament sei der richtige Ort, Offenheit zu zeigen, so die Nationalratspräsidentin.

Auch die Grüne Abgeordnete Ulrike Lunacek lobte die agpro: Der Verein habe einen großen Anteil daran, dass sich schon vieles geändert hat. Das Diversity-Konzept hätten schon viele nationale und internationale Betriebe als fixen Bestandteil in ihre Unternehmenspolitik integriert, meint Lunacek.

Im Rahmen der Feier wurde auch der 5. agpro-Förderpreis verliehen. Er ging an Claudia Spring für ihren Aufsatz „…völlig unter dem Eindruck der Todesstrafe. ‚Freiwillige Entmannung‘ nach dem nationalsozialistischen Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“. Einen weiteren Preis erhielt Martin Lücke für seine Dissertation „Ein lichtscheues Treiben. Männliche Prostitution in Deutschland im Kaiserreich und in der Weimarer Republik“.

Claus Bender wurde ein Stipendium für sein Dissertationsvorhaben „Bildung in der Medienwelt? Eine biographieanalytische Studie zu Lern- und Bildungsprozessen bei Homosexuellen im Internet“ zuerkannt.