Buch enthüllt Habsburgs schwule Seite

Der Autor Helmut Neuhold hat sich in seinem neuesten Werk einem bis lang vernachlässigten Aspekt der Familie Habsburg gewidmet: Lesben und Schwule im Herrscherhaus. Sie sorgten immer wieder für Schlagzeilen und Getratsche bei Hofe.

Allen voran Erzherzog Ludwig Victor. Der Bruder von Kaiser Franz Joseph, von seinen Freunden „Luziwutzi“ genannt, galt als intrigant und tratschsüchtig. Als es im ehemaligen Centralbad, dem heutigen Kaiserbründl, zum Skandal kam, als er von einem Offizier geohrfeigt wurde, wurde er nach Salzburg abgeschoben. Dort starb er einsam und entmündigt.

Doch er war nicht allein, wie Helmut Neuhold recherchierte. Der gebildete und eigenwillige Erzherzog Ludwig Salvator, „ungekrönter König“ der Insel Mallorca, bekam von seinem Liebhaber Briefe mit pornographischen Zeichnungen.

Joseph II., großer Reformator seiner Zeit, schuf nicht nur als erster Monarch in Österreich die Todesstrafe ab. Er war auch selbst in „gefühlsbetonte Männerfreundschaften“ verstrickt, wie Neuhold berichtet. Und auch eine seiner beiden Frauen war eher dem eigenen Geschlecht zugetan.

Aber es gibt auch weitere Kaiser, Könige und mittelalterliche Herzöge, denen Neuhold homoerotische Züge nachweisen konnte. Zum Beispiel Friedrich „der Schöne“, der auch einige Zeit deutscher König war. Seine Aussöhnung mit dem Gegenkönig Ludwig dem Bayern endete damit, dass sie Tisch und Bett teilten.

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