Irak: Homo-Aktivist hingerichtet

Ein 27 Jahre alter Homo-Aktivist ist letzte Woche in einem Friseurgeschäft in Bagdad von Mitgliedern einer religiöser Miliz hingerichtet worden.

Bewaffnete stürmten das Geschäft und „durchsiebten ihn gleich mit Kugeln aus nächster Entfernung“, so der britische Aktivist Peter Tatchell der Tageszeitung „The Guardian“. Tatchell arbeitet mit der schwul-lesbischen Selbsthilfegruppe „Iraqi LGBT“ zusammen.

Der Aktivist, von dem nur der Vorname Bashar bekannt ist, war Koordinator „Iraqi LGBT“. Er organisierte „sichere Häuser“, in denen Schwule und Lesben in Bagdad von den Milizen geschützt übernachten können. Seine Gruppe soll derzeit einen Unterschlupf für 40 schwule Männer zwischen 14 und 28 Jahre gesichert haben, berichtet das Magazin „Newsweek“.

Bis 2001 war Homosexualität im Irak de facto legal, dann wurde sie von Saddam Hussein verboten, bei einer wiederholten Verurteilung war auch die Todesstrafe möglich. Derzeit ist Homosexualität im Irak nicht ausdrücklich verboten, allerdings können Schwule wegen „unsittlichem Verhalten“ oder „Verbreitung von Krankheiten“ belangt werden.

Nach dem Sturz Saddam Husseins versuchen aber religiös motivierte Milizen in Bagdad ihre Auslegung des Koran zu erzwingen. Sie töten daher unter anderem auch Frauen in „unzüchtiger“ Kleidung sowie Schwule und Lesben. Einige Geistliche haben in Fatwas zur Ermordung von Schwulen aufgerufen, darunter auch der einflussreiche Großajatollah Ali al-Sistani. Die Vereinten Nationen warnten vor gut einem Jahr, dass immer mehr sexuelle Minderheiten Opfer von Hinrichtungen werden.