Rechte für Schwule und Lesben in Marokko?

Auf einer internationalen Konferenz im Madrid erklärte Samir Bargachi, ein Aktivist der marokkanischen Gruppe „Kif-Kif“, dass innerhalb der nächsten 50 Jahre auch in dem nordafrikanischen Land die Rechte von Lesben und Schwulen anerkannt werden würden.

Bargachi schränkte allerdings ein, dass die Gleichberechtigung nur dann möglich sei, wenn islamistische Kräfte in Marokko nicht an Boden gewinnen. Kif-Kif unterhält seinen Angaben zufolge informelle Kontakte mit der sozialistischen Partei Marokkos und hat 3.000 Mitglieder in Spanien, Frankreich, Kanada und Marokko.

Für Kif-Kif ist Marokko eines der liberalsten muslimischen Länder, wenn es um Homosexualität geht. Gleichgeschlechtlicher Sex wird derzeit nach Paragraf 489 mit bis zu drei Jahren Haft bestraft. Tatsächlich werden immer wieder Schwule zu Gefängnisstrafen verurteilt. Für internationales Aufsehen sorgte ein Fall vor rund einem Jahr, in dem sechs Männer wegen eines im Internet aufgetauchten Videos verurteilt wurden.