Ecuador: Mehr Homo-Rechte in Verfassung

In Ecuador hat die Bevölkerung einer neuen Verfassung zugestimmt, die auch die Rechte von Lesben und Schwulen stärkt: Sie enthält ein Diskriminierungsverbot und ermöglicht die Schaffung Eingetragener Lebensgemeinschaften für gleichgeschlechtliche Paare.

Zwei Drittel der Wähler des 14 Millionen Einwohner großen Landes stimmten für die Einführung der neuen Verfassung mit 444 Artikeln. Zwar definiert diese Verfassung die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau, erweitert aber auch den seit 1998 in der Verfassung verankerten Diskriminierungsschutz für Schwule und Lesben. Die neue Formulierung wird voraussichtlich dazu führen, dass schwule und lesbische Paare die Anerkennung ihrer Partnerschaft einklagen können, falls das Parlament nicht schon zuvor ein Gesetz beschließt. Theoretisch müssten Schwulen und Lesben dann die gleichen Rechte und Pflichten erhalten – mit Ausnahme des Adoptionsrechtes.

Schärfster Gegner der Verfassung war die katholische Kirche. Sie kritisierte neben der Homo-Ehe die liberalen Bestimmungen zur Abtreibungsfrage. Für Ecuador ist es bereits die 20. Verfassung.