Neue Vorwürfe gegen Wiener Polizei wegen verschwundenem „Mister Gay“

Immer mysteriöser wird das Verschwinden von Aeryn Gillern, dem ersten österreichischen Mr. Gay. Polizeiberichten zufolge war der muskulöse Amerikaner vor genau einem Jahr – nur mit einem Badetuch und Pantoffeln bekleidet – aus Österreichs bekanntester Schwulensauna, dem Kaiserbründl, verschwunden. Seitdem wurde er nicht mehr gesehen. Die Polizei dürfte sich bei der Suche nach dem UN-Mitarbeiter einige Pannen geleistet haben, berichtet die Tageszeitung „Heute“.

Gillerns Mutter Kathy, selbst eine ehemalige Polizistin, hat sich nach Wien auf die Spuren ihres verschwundenen Sohnes gemacht. Dabei stieß sie auf unglaubliche Einzelheiten: „Ich bekam heraus, dass mein Sohn bei einer früheren Polizeikontrolle geschlagen und beleidigt wurde. Und erst auf Druck der US-Regierung haben die Behörden überhaupt nach ihm gesucht!“, so die entsetzte Mutter gegenüber „Heute“.

Wie erst jetzt bekannt wurde, geht die Polizei davon aus, dass Gillern Selbstmord begangen hätte, nachdem er erfahren haben soll, dass er HIV-positiv ist. „So ein Unsinn – er ist gesund und hatte einen Urlaub geplant, Flugtickets gekauft“, schüttelt die Mutter den Kopf über die Vorurteile, die in der Wiener Polizei offenbar gegenüber Schwulen herrschen. Jetzt schaltet sie die internationale Menschenrechtsorganisation amnesty international ein.

Die Wiener Polizei kann die Vorwürfe der besorgten Mutter nicht verstehen: „Unsere Leute machen keine Fehler“, so Gerhard Haimeder von der Wiener Polizei gegenüber „Heute“.