Nobelpreis für Aids-Entdecker

Der Medizin-Nobelpreis geht heuer zur einen Hälfte an den Deutschen Harald zur Hausen für die Entdeckung des Human Papilloma-Virus (HPV) als Auslöser von Gebärmutterhalskrebs und zur anderen Hälfte an die beiden Franzosen Francoise Barre-Sinoussi and Luc Montagnier für die Entdeckung des AIDS verursachenden Humanen Immundefizienz-Virus (HIV).

Das gab das Karolinska Institut am Montag in Stockholm bekannt. Der ebenfalls als HIV-Entdecker geltende US-Forscher Robert Gallo wurde nicht berücksichtigt.

Francoise Barre-Sinoussi, Direktorin am Institut Pasteuer in Paris, und der Virologe und Präsident der World Foundation for Aids Research and Prevention, Luc Montagnier, haben nach der Kultivierung von Lymphknotenzellen von betroffenen Patienten das HI-Virus entdeckt. „Die Bedeutung ihrer Errungenschaften sollte im Zusammenhang mit der einzigartigen globalen Epidemie gesehen werden, die fast ein Prozent der Weltbevölkerung betrifft“, so das Nobelpreiskomitee.

Kurz nach der Entdeckung des HI-Virus hätten mehrere Gruppen zur „definitiven Beweisführung“ von HIV als Ursache der Immunschwächekrankheit Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome) beigetragen. Niemals zuvor habe „die Wissenschaft und Medizin so schnell den Ursprung für eine Krankheit“ entdeckt – vor 27 Jahren wurde Aids erstmals beschrieben und vor 25 Jahren der Typ HIV-1 entdeckt – sowie Behandlungsmöglichkeiten bereitgestellt. „Die erfolgreiche antiretrovirale Therapie steigert die Lebenserwartungen von mit HIV-infizierten Personen, die ähnlich jener von nichtinfizierten Personen ist“, so das Nobelpreiskomitee.

Harald zur Hausen entdeckte Mitte der 1980er Jahre, dass „Human Papilloma Viren“ (HPV) Gebärmutterhalskrebs verursachen können. „Mehr als fünf Prozent aller weltweiten Krebsarten werden durch die anhaltende Infektion mit dem Virus ausgelöst“, schreibt das Komitee. Papillomviren würden am häufigsten beim Geschlechtsverkehr übertragen, laut dem Nobelpreiskomitee seien 50 bis 80 Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Gebärmutterhalskrebs ist die zweit häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Bei schwulen Männern kann das HPV-Virus zu Feigwarzen führen, diese wiederum in seltenen Fällen zu Analkrebs.

Die Auszeichnung ist mit zehn Millionen schwedischer Kronen (rund 1 Mio. Euro) dotiert und wird am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, in Stockholm überreicht.

Links zum Thema

  • GGG.at Gesundheit: HIV/AIDS
  • GGG.at Gesundheit: Feigwarzen