Zum Jubiläum positive Bilanz für Wiener Anti-Diskriminierungsstelle

Vor zehn Jahren, am 5. Oktober 1998, wurde die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen (WASt) gegründet. Und die Bilanz nach diesen ersten zehn Jahren sieht sehr gut aus.

Die WASt soll vor allem Lesben und Schwulen vor allem bei Diskriminierung am Arbeitsplatz und in rechtlichen Fragen zur Seite stehen. Diese Dienstleistung haben mehr als 1.000 Menschen in Anspruch genommen, freuen sich die zuständige Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger sowie Wolfgang Wilhelm und Angela Schwarz von der Antidiskriminierungsstelle.

Die Zahlen sprechen für sich: So kamen in den letzten zehn Jahren je 44 Prozent Lesben und Schwule, 8 Prozent Transgender-Personen und 4 Prozent Heterosexuelle in die Beratung. 60 Prozent von ihnen hatten rechtliche Probleme, 21 Prozent wurden am Arbeitsplatz gemobbt und diskriminiert.

Das große Problem bei Mobbing in Österreich sei die Strafhöhe, erklärt Schwarz: Während in Österreich bei Mobbing aufgrund der sexuellen Orientierung lediglich 720 Euro Strafe fällig werden, muss in anderen europäischen Ländern eine Firma bis zu 40.000 Euro zahlen.

Die Zahl der Beratungen pro Jahr bleibt insgesamt konstant, die Themen ändern sich aber: Elternschaft und die Absicherung von Partnerschaften an Bedeutung gewonnen.“Es geht um die gesamte Bandbreite lesBiSchwulen Lebens“, fasst Schwarz zusammen.

Neben der Beratung und Rechtsauskunft ist die Antidiskriminierungsstelle auch in der Bildungsarbeit tätig. So veranstaltet die WASt Fortbildungen für den Krankenanstaltenverbund, die Polizei oder für Schulen. Für die etwa 1.000 neuen Lehrlinge, die die Stadt Wien jedes Jahr aufnimmt, gibt es ein verpflichtendes eintägiges Seminar zur Antidiskriminierung, ergänzt Wilhelm.

Unterstützung bekommen Schwarz und Wilhelm dabei von der zuständigen Stadträtin Sandra Frauenberger. „Alles, was in Wien landesrechtlich und dienstrechtlich zu regeln ist, ist geregelt“, erklärt sie. Nun sei es eine der „unabdingbaren Forderungen an eine neue Bundesregierung“, die eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle umzusetzen, so die Stadträtin.