Vortrag über Lesben und Schwule im „Bravo“

Liebe, Sex und Zärtlichkeit – das ist heute das Thema im Schikaneder-Kino. Auf Einladung von QWIEN und dem Verein für die Geschichte homosexueller Lebensweisen in Österreich spricht der Diplom-Bibliothekar und Autor Erwin In het Panhuis vom Centrum Schwule Geschichte in Köln über die Rolle von Schwulen und Lesben in der Jugendzeitschrift „Bravo“.

In den fünfzig Jahren, die es „Bravo“ gibt, wurden etwa 1000 Beiträge über Schwule und Lesben geschrieben – für In het Panhuis eine Fundgrube an Material zum Aufklären, Aufregen und Auswerten. Denn das Bild von Homosexualität hat sich in diesen fünfzig Jahren stark gewandelt: Mitte der 60er Jahre werden homoerotische Erfahrungen während der Pubertät als natürlich dargestellt, die gefestigte Homosexualität jedoch bis Ende der 60er Jahre als pathologisch angesehen – man kann verführt, aber auch geheilt werden.

Bravo bewegt sich dabei oft an der Grenze der Legalität und überschreitet sie zuweilen, wie aus mehreren Indizierungen der 90er Jahre ersichtlich ist. Im Blickpunkt des Jugend­schutzes steht zum Beispiel die Rubrik Thats me, in der sich Jugendliche nackt fotografieren lassen und sehr locker über Sex reden.

Zu welchen Schlüssen In het Panhuis kommt, können sich Interessierte heute ab 19.00 Uhr im Schikaneder-Kino in der Margaretenstraße 24 anhören. Der Unkostenbeitrag beträgt vier Euro.

Auch außerhalb Wiens kommt man in den Genuss dieses Vortrags: Eine Woche später, am 18. Oktober, spricht In het Panhuis um 20 Uhr im Grazer „feel free“ in der Annenstraße 26 über die Jugendzeitschrift.