Chicago baut Schule für Lesben und Schwule

Nachdem in den Vereinigten Staaten homosexuelle Schüler in herkömmlichen Schulen so starken Belästigungen und Gewalt ausgesetzt sind, dass ein überdurchschnittlich großer Teil die Schule ohne Abschluss verlässt, wollen Experten in Chicago eine lesben- und schwulenfreundliche High School errichten. Dafür soll in der School for Social Justice ein „Pride Campus“ adaptiert werden. Dieser ist baulich vom Rest der School for Social Justice getrennt, gehört organisatorisch aber zu dieser Schule.

Josh Edelman, für neue Schulen zuständiger Beamter in der Schulverwaltung von Chicago, sagt gegenüber CNN, dass diese neue Schule nicht nur schwule, lesbische, bisexuelle und Transgender-Schüler beherbergen wird. „Aber ja, auf eine gewisse Weise ist es für Kinder gedacht, die wegen ihrer sexuellen Orientierung zu Opfern von Angriffen wurden“, so Edelman.

Der Lehrplan dieser Schule ist der gleiche wie in vergleichbaren Schulen in Chicago. In Geschichts- und Literaturkursen wird aber auch das Thema sexuelle Identität aufgegriffen.

Gewalt und Belästigungen von Schülern mit einer anderen sexuellen Orientierung sind in den USA ein großes Problem: Das „Gay, Lesbian and Straight Education Network“ (GLSEN) fand in einer aktuellen Studie heraus, dass 86 Prozent der homo-, bi- oder transsexuellen Schüler in den letzten 12 Monaten schikaniert wurden, davon wurde mehr als die Hälfte auch körperlich angegriffen. Erst im Februar wurde der 15-jährige Lawrence King von einem Klassenkollegen erschossen, weil er ihn zum Valentinstag eingeladen hat.