Christliche Fundamentalisten zwingen McDonald’s in die Knie

In den Vereinigten Staaten hat die konservativ-christliche Gruppe „American Family Association“ (AFA) die Hamburgerkette McDonald’s zu ihrem Rückzug aus der amerikanischen lesbischwulen Handelskammer NGLCC gezwungen. Das berichtet die britische Internetseite PinkNews.

Die Aktivisten der AFA beenden damit einen fünfmonatigen Boykott von McDonald’s. Sie betonen, bei dem Protest ging es nicht darum, Lesben und Schwule generell zu diskriminieren, sondern gegen die „Förderung lesbischer und schwuler Ziele“ durch die Burgerkette zu demonstrieren. Der Vizepräsident von McDonald’s, Richard Ellis, muss auf Druck der christlichen Aktivisten seinen Posten als Vizepräsident der NGLCC räumen, um ihnen zu beweisen, dass seine Firma „Im Kultur-Krieg rund um die Homo-Ehe neutral bleibt“. Die Mitgliedschaft von McDonald’s bei der lesbischwulen Handelskammer läuft mit Jahresende aus und wird dann nicht mehr verlängert.

Allerdings setzt sich die lesbischwule Handelskammer gar nicht besonders für die Ehe zwischen homosexuellen Paaren ein. „Unsere erste Priorität ist der Zugang zu einer guter und leistbaren Gesundheitsvorsorge für unsere Mitglieder. Der Auftrag der NGLCC ist es, eine starke Wirtschaft zu aufzubauen, und nicht, individuelle politische Ziele zu verfolgen“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Konzert vor der Macht der fundamentalchristlichen AFA in die Knie geht: Vor einigen Monaten stoppte der Saucenriese Heinz einen Werbespot in Großbritannien, in dem sich zwei Männer küssten, nachdem sich die AFA in Amerika darüber beschwert hat. Schätzungen zufolge bekam die Heinz-Zentrale in Pittsburgh damals 3,5 Millionen Beschwerden über den Spot, der in den USA nie lief.

Auch der Möbelriese IKEA war schon ein Opfer der AFA, weil sie in ihrer Werbung auch schwule und lesbische Familien zeigen. Sogar der familienfreundliche Disney-Konzern war schon im Visier der Organisation, die ihre Aufgabe darin sieht, „den Anstand der biblischen Ethik in der amerikanischen Gesellschaft zu fördern, mit dem Hauptaugenmerk auf Fernsehen und andere Medien“. Der AFA gehören unter anderem auch 180 Radiosender.