War Jörg Haider vor seinem Tod noch in einem Schwulenlokal?

Die Rekonstruktion der letzten Stunden des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider sorgt für Ungereimtheiten. So wollen ihn Augenzeugen in einer Klagenfurter Schwulenbar gesehen haben, was deren Besitzer aber dementiert.

Wie die Kärntner Tageszeitung (KTZ) berichtet, soll Haider am Samstag um 0.15 Uhr für etwa eine halbe Stunde im „Stadtkrämer“, einem Szenelokal in Klagenfurt gewesen sein. Wie der ORF Kärnten berichtet, soll er mit einer Runde einen Geburtstag gefeiert haben.

Der Leiter der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Gottfried Kranz, bestätigt den Erhalt einer E-Mail, in der ein Besuch Haiders in einem „Klagenfurter Szenelokal“ erwähnt wird. Ob dieses Lokal der Stadtkrämer war, bestätigt Kranz nicht.

Wie die „Kleine Zeitung“ berichtet, sollen Gäste beobachtetet haben, wie ein Mann dem offensichtlich nicht mehr nüchternen Landeshauptmann anbot, ihn in dessen Klagenfurter Wohnung zu fahren. Der Gast holte sein Auto. Als er beim Lokal vorfuhr und Haider eingestiegen sollte, lehnte dieser dankend ab. Er fahre schon selbst – mit dem eigenen Wagen. Ursprünglich hatte es geheißen, Haider hätte sich nach einem offiziellen Termin in Velden auf den Nachhauseweg gemacht.

Hans-Peter Gasser, der Betreiber des Stadtkrämers, bestätigt den Besuch des Landeshauptmannes nicht. „Ich kann auch nicht bestätigen, dass er öfter bei uns zu Gast war“, so Gasser. Allerdings hat Gasser am Freitagabend ein zweites Lokal, nämlich die Bar „Bem Vindo“ am Kardinalsplatz, eröffnet. An deren Eröffnung hat Haider teilgenommen, wie Wirt Hans-Peter Grasser in der „Presse“ bestätigt.

Andere Augenzeugen berichten, Haider habe zuvor noch in seiner Klagenfurter Stadtwohnung beziehungsweise im Hotel Moser Verdino vorbeigeschaut.

Bereits gestern hat Stefan Petzner, Haiders Pressesprecher und Nachfolger als BZÖ-Obmann, die Medien gebeten, „jetzt und hier die Stopptaste zu drücken und die Berichterstattung betreffend des Unfalles abzuschließen“. Haider habe gerne Feste gefeiert, sagte er. Für die Staatsanwaltschaft ist der Fall nun so gut wie abgeschlossen. Es gibt laut Kranz kein Fremdverschulden und keinen Drittbeteiligten.