Homo-Ehe: Palin widerspricht ihrem Chef

Die Homo-Ehe führt zu Diferenzen zwischen dem republikanischen US-Präsidentschaftskandidatin John McCain und seiner Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin.

John McCain unterstützt zwar in seiner Heimat Arizona ein in der Verfassung verankertes Verbot der Homo-Ehe, ist aber gegen ein solches Verbot in der amerikanischen Bundesverfassung. Jetzt fällt ihm seine Vize-Kandidatin Sarah Palin in den Rücken: Sie betonte in einem Interview mit dem Christian Broadcasting Network, bereits 1998 für ein Verbot von Homo-Ehen in ihrer Heimat Alaska gestimmt zu haben: „Ich habe wie die große Mehrheit der Bevölkerung von Alaska für eine Verfassungsänderung gestimmt, die die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau bestimmt. Ich würde mir wünschen, das auch auf Bundesebene durchzusetzen. Ich unterstütze die Homo-Ehe nicht“, sagte sie in dem Interview.

In Einzelfällen ist Palin schwulen und lesbischen Paaren aber toleranter: So trat in Alaska ein Gesetz, das gleichgeschlechtlichen Partnern von Beamten gewisse Vergünstigungen nicht zugestehen wollte, durch ihr Veto nicht in Kraft. In einer Debatte mit ihrem demokratischen Kontrahenten Joe Biden sagte sie, gegenüber Homosexuellen „tolerant“ zu sein. Sie will auch schwulen und lesbischen Paaren gewisse Vorteile zugestehen, wie zum Beispiel ein Besuchsrecht im Krankenhaus.

Biden sagte übrigens am Montag bei einem Auftritt in der Ellen DeGeneres Show, dass er – wenn er in Kalifornien leben würde – gegen die Verfassungsänderung stimmen würde, die die Ehe zwischen Lesben und Schwulen wieder verbieten soll. „Ich denke, es ist unfair“, sagte er der offen lesbischen Moderatorin. Im Wahlkampf tritt Biden sonst für Eingetragene Partnerschaften für Lesben und Schwule, aber gegen die Homo-Ehe ein – aber auch gegen ihr in der Verfassung verankertes Verbot.