Erstes Haus für mehrere Generationen von Lesben und Schwulen in Köln

Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld wurde am Mittwoch der Grundstein für das erste lesbischwule Mehrgenerationenhaus Deutschlands gelegt. Die „Villa anders“ und soll Lesben, Schwulen und Transgender jedes Alters ein „diskriminierungsfreies und selbstbestimmtes Wohnen und Leben in unterstützendem Miteinander“ ermöglichen können, wie der Bauherr, die Kölner GAG Immobilien AG, mitteilt.

Geplant sind 35 Einzelwohnungen für Singles, Paare, Wohngemeinschaften und lesbischwule Familien. Damit wirklich verschiedene Generationen von Lesben und Schwulen in dem Haus zusammen wohnen, soll Drittel der Bewohner über 60 Jahre alt sein. 20 Wohnungen sind deshalb auch barrierefrei, eine hat ein Pflegebad. Damit wird Lesben und Schwulen „ein Wohnen in allen Lebensphasen bis zum Lebensende ermöglicht“, heißt es in einer Aussendung des Bauherrn.

Stefan Jüngst vom Beratungszentrum Rubicon weiß, wie notwendig die „Villa anders“ ist. Der Kölnischen Rundschau erklärt er: „Nur ein Drittel der Schwulen und Lesben hat Kinder, die meisten haben also im Alter keinen sozialen Rückhalt. Das Haus bietet körperlichen Schutz, denn nicht nur Behinderte oder Menschen mit dunkler Hautfarbe werden schnell Ziel von Gewalt. Diese Gemeinschaft nimmt die Angst, Zielscheibe zu sein; man kann Stolz auf das Projekt sein; es wird von den Nachbarn akzeptiert“, so Jüngst. Und auch Marlis Bredehorst von der Stadt Köln ist stolz auf den 6,7 Millionen teuren Bau, der im Dezember 2009 eröffnet werden soll: „Endlich sind wir bundesweit mal die Ersten“, freut sie sich.

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