Helmut Zilk ist tot: Wiener Lesben und Schwulen verlieren Unterstützer

Helmut Zilk ist tot. Wie der Wiener Krankenanstaltenverbund mitteilt, ist frühere Wiener Bürgermeister heute früh im Alter von 81 Jahren im Wilhelminenspital „friedlich“ einem Herzversagen erlegen.

Mit Zilk verliert die lesbischwule Bewegung in Österreich einen ihrer tatkräftigsten Unterstützer: So war es Zilk, der Gery Keszler im Jahr 1993 das Wiener Rathaus für den ersten Life Ball zur Verfügung gestellt hat. „Machts es halt“, soll Zilk damals gesagt haben.

Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums im Jahr 2007 blickte Zilk zufrieden zurück: „Wir haben von Anfang an gewusst, was gut ist. Ich hab gesagt, probieren wir es. Aber trotzdem haben wir Angst gehabt.“

Für diese Haltung zollt ihm Life-Ball-Vater Gery Keszler Tribut. In einem Interview mit dem „Standard“ im Februar dieses Jahres lobte er „diesen Instinkt für Visionen – das war eine Zilk’sche Spezialität, und er hat das fast schon autoritär gegen alle Widerstände durchgeboxt.“

Zuletzt moderierte Zilk die aus dem Wiener Ringturm ausgestrahlten ORF-Talkshow „Lebenskünstler“. Die Republik Österreich ehrte ihn mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen am Band und die Bundesrepublik Deutschland mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern.

In einer ersten Reaktion ist Zilks Nachfolger als Wiener Bürgermeister, Michael Häupl, tief betroffen: „Helmut Zilk war nicht nur einer der herausragendsten Politiker der Nachkriegsgeschichte, er war auch ein beeindruckender Mensch und vor allem eine Integrationsfigur für die Wienerinnen und Wiener. Ich verliere einen väterlichen Freund und Mentor, der mein Leben weit über die Politik hinaus begleitet hat. Mein tiefes und aufrichtiges Beileid ist bei Dagmar Koller und Helmut Zilks Familie“, so Häupl.

Seit 1978 war Zilk in dritter Ehe mit der Sängerin Dagmar Koller verheiratet, aus der zweiten Ehe hat er einen Sohn.