Wissenschafter auf der Spur der Transsexualität

Wissenschafter des Prince-Henry-Instituts in Melbourne sind der Ursache für Transsexualität auf der Spur: In der größten derartigen Studie untersuchten sie die DNS von 112 Mann-zu-Frau-Transsexuellen und 258 nicht-transsexuellen Männern. Dabei fanden sie eine Verbindung zwischen einem mutierten Gen, das eine Rolle im Testosteronhaushalt spielt, und der Geschlechtsidentität.

Das mutierte Androgenrezeptor-Gen (AR-Gen) kontolliert die Ausschüttung des Hormons Testosteron. Diesen Gen war bei Transsexuellen länger als bei den Heterosexuellen. Jetzt vermuten die Wissenschafter, dass das mutierte Gen die Ausschüttung von Testosteron bereits im Mutterleib reduziert. Forscherin Lauren Hare vermutet, dass das Gehirn des Ungeborenen durch den Testosteronmangel „untermaskulinisiert“ wird.

Als eindeutige Ursache für Mann-zu-Frau-Transsexualität wollen die Forscher das Gen aber nicht sehen. „Es könnte nur ein Weg sein, und auch, wenn es sehr wahrscheinlich ist, dass ein biologisches Element immer eine Rolle in der Transsexualität spielt, ist es unwahtscheinlich, dass alle diese Wege bei allen Betroffenen die gleichen sind“, schränkt Terry Reed von der Gender Identity Research and Education Society ein.

Die Studie stützt damit aktuelle Erkenntnisse, dass Transsexualität keine psychische Störung ist, die zum Beispiel durch ein Trauma in der Kindheit verursacht wird, sondern genetische und andere familienbedingte Ursachen hat. Die gesamte Studie wird in der Fachpublikation „Biological Psychiatry“ veröffentlicht.