Spanische Königin gegen Homo-Ehe und Paraden

Die spanische Königin Sofía ist gegen die Homo-Ehe sowie Lesben- und Schwulenparaden. Das geht aus der Biografie „La Reina muy de cerca“ (Die Königin ganz aus der Nähe) hervor, die zum 70. Geburtstag der Königin erscheint und in der sie erstmals auch zu politischen Fragen Stellung nimmt.

In dem Buch meint Sofía, sie habe nichts dagegen, dass Homosexuelle zusammenleben oder ihre Beziehung offiziell registrieren wollen. „Aber dies darf man nicht als Ehe bezeichnen.“ Für solche Lebensgemeinschaften gebe es andere Bezeichnungen wie zum Beispiel Partnerschaftsvertrag, sagte die Königin nach Angaben der Zeitung „El País“.

Zwar ist die Königin prinzipiell tolerant: „Ich kann verstehen, akzeptieren und respektieren, dass es Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung gibt“, erklärt Sofía. „Aber sollen sie darauf stolz sein? Sollen sie deshalb auf Wagen steigen und Umzüge abhalten?“, fragt die Königin weiter. „Wenn wir alle, die wir keine Gays sind, auf Kundgebungen durch die Straßen zögen, bräche der Verkehr zusammen“, wird die frühere griechische Prinzessin weiter zitiert.

Schwulen- und Lesbenverbände sowie Teile der politischen Linken protestieren gegen die Äußerungen der Königin. Der Homosexuellenverband FELGTB ruft das Königshaus auf, die Äußerungen der Monarchin zu korrigieren. „Es ist unerhört, dass der Königshaus, das sich sonst nie zu sozialen Themen äußert, sich nun über eine Gruppe von Bürgern auslässt, die in der Vergangenheit diskriminiert wurde“, so ein Sprecher.

Spanien ist – gemeinsam mit Belgien, den Niederlanden und Norwegen – eines von vier Ländern, in denen Lesben und Schwule eine Zivilehe eingehen können