Homo-Ehe: Abstimmungen auch in Arizona und Florida

Auch, wenn in den letzten Wochen vor allem über ein Verbot der Ehe für Lesben und Schwule in Kalifornien geschrieben und diskutiert wurde – der Sunshine State im Westen der USA ist nicht der einzige, bei dem sich das Schicksal für Homosexuelle zeitgleich mit der Wahl des amerikanischen Präsidenten entscheidet.

Besondere Aufmerksamkeit bekommt Proposition 8 in Kalifornien dadurch, dass Richter die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare schon erlaubt haben und sich schon hunderte Paare trauen ließen. Eine Verfassungsänderung, in der die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert wäre, würde damit geltendes und oft praktiziertes Recht wieder ändern. Das Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern der Homo-Ehe wird sehr knapp.

Ähnlich wie in Kalifornien wird auch in Arizona mit Proposition 102 über ein Verbot der Homo-Ehe abgestimmt. Eine ähnliche Abstimmung gab es auch schon 2006, allerdings scheiterte sie damals. Heuer wird es knapp: Einer Umfrage vom September 2008 zufolge wollen 49 Prozent der Wähler die Initiative gegen die Homo-Ehe unterstützen, 42 Prozent sind dagegen.

Auch im „Sunshine State“ Florida wollen Konservative mit Amendment 2 die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau in der Verfassung verankern. Allerdings müssen nach dortigem Recht 60 Prozent der Wähler für eine Verfassungsänderung stimmen, damit sie in Kraft tritt. Aktuellen Umfragen zufolge könnte das nicht ganz reichen, auch wenn 55 Prozent der Bevölkerung diese Initiative unterstützen.

In Arkansas will Initiative 1 schwulen und lesbischen Paaren verbieten, Kinder zu adoptieren. Wörtlich heißt es, dass unverheirateten „Sexualpartnern“ verboten wird, Kinder zu adoptieren oder Pflegekinder anzunehmen. Auch, wenn diese Maßnahme vor allem auf homosexuelle Paare abzielt, könnten auch unverheiratete Heteros in Zukunft keine Kinder in Arkansas mehr adoptieren. Rund 53 Prozent der Wähler unterstützen einer Umfrage zufolge diese Initiative.

Doch auch andere Anträge stehen zur Abstimmung: So geht es in Michigan in der Proposition 1 um die Legalisierung von Marihuana zu medizinischen Zwecken für Patienten, die an Krebs, HIV, Hepatitis C oder Multipler Sklerose leiden.