Grüner GO Award für Lesben in Nahost und Zentralasien

Die Grünen haben ihren „GO Visible“-Award zum ersten Mal verliehen. Preisträgerinnen sind Lesbenorganisationen in Palästina, dem Libanon und in Kirgisien.

„Der GO-Visible-Award soll die schwierige Arbeit von jungen lesbischwulen Initiativen besonders in jenen Ländern würdigen, wo einiger Mut dazugehört, im persönlichen und beruflichen Umfeld offen mit der eigenen Homosexualität umzugehen,“ erklärt die offen lesbische Nationalratsabgeordnete Ulrike Lunacek bei der Verleihung. Sie hat den Preis ins Leben gerufen.

Der Preis soll künftig alle zwei Jahre verliehen werden. Bereits im ersten Jahr haben sich 27 Organisationen aus 21 Ländern des Nahen Ostens, Lateinamerikas, Afrikas, Europas und Zentralasiens um den Preis beworben. Die Entscheidung traf eine international zusammengesetzte Jury.

Erster Preisträger ist ASWAT, eine Initiative von und für lesbische und bisexuelle Palästinenserinnen in Israel und in den besetzten Gebieten. „ASWAT“ bedeutet „Stimme“ auf Arabisch. Und „ASWAT ist eine mutige Stimme in der Region – genauso wie MEEM im Libanon. In Gesellschaften, wo für Frauen ein unabhängiges Leben, ohne heiraten zu müssen, nicht vorgesehen ist, braucht es großen Mut, die vorgeschriebenen Geschlechterrollen zu durchbrechen,“ erklärte Ulrike Lunacek bei der Preisverleihung.

Außerdem hat noch die kirgischische Lesbeninitiative „Labrys“ einen GO Award erhalten. „All diese Aktivistinnen treten in ihren Familien, im Freundeskreis, im Beruf und in der breiteren Öffentlichkeit Schritt für Schritt aus der Unsichtbarkeit heraus – und sie verändern damit die patriarchalen und homophoben Sicht- und Denkweisen ihrer Gesellschaften,“ betonte Lunacek – „und tragen einen wichtigen Teil zu Demokratisierung und Akzeptanz bei – und zu einem angstfreieren Leben.“