Grüne errichten provisorisches Mahnmal am Morzinplatz

Während eines Stadtrundganges anlässlich des Gedenkjahres enthüllten die lesbische Seniorensprecherin der Grünen Wien, Birgit Meinhard-Schiebel, sowie der offen schwule Grüne Landtagsabgeordnete Marco Schreuder am Morzinplatz, wo sich das Hauptquartier der Gestapo befand, ein „temporäres Mahnmal“ in Form eines Rosa Winkels zur Erinnerung an das versprochene Mahnmal der Stadt Wien.

Dort sollte ein Mahnmal der schwulen Opfer der NS-Zeit gedenken. Das bereits gekürte Siegerprojekt wurde von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny gestoppt, weil die Realisierung des Mahnmals – ein Becken mit rosa Wasser – technische Probleme bereitete.

Schreuder erinnerte in seiner Rede daran, dass zu keiner anderen Zeit die Verfolgungen in einer derart tödlichen Brutalität stattfanden: „Homosexualität war vor der NS-Zeit und danach bis 1971 verboten“, so Schreuder weiter: „Daher hatten es diese Opfer besonders schwer, überhaupt als solche anerkannt zu werden.“

„Homosexuelle galten in der NS-Zeit unter anderem auch deshalb als entartet, weil sie – so die Nazis – keine Kinder zeugten. Dieses Argument wird noch immer verwendet, wenn es um die Verweigerung der Gleichstellung geht. Das sollte uns allen zu denken geben“, so Schreuder.