Irische Kirche kämpft gegen Homo-Ehe

In Irland macht die römisch-katholische Kirche gegen Eingetragene Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare mobil. Sie will gerichtlich gegen deren Einführung vorgehen, weil ihrer Meinung nach schwule und lesbische Paare nicht im „öffentlichen Interesse“ seien. Die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften sei die „vielleicht größte Revolution in der Geschichte der irischen Familie“, so der Vorsitzende der irischen Bischofskonferenz, Kardinal Seán Brady.

So erklärt Brady, dass die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen gegen die irische Verfassung verstoße. Dort ist der besondere Schutz der Ehe festgeschrieben: „Diejenigen, die auf die Verfassung, die moralische Unversehrtheit und das Wort Gottes wert legen – ebenso wie auf den kostbaren menschlichen Wert einer Ehe zwischen einem Mann und einer Frau als Grundlage der Gesellschaft – müssen alle rechtlichen und demokratischen Wege nutzen, um das geplante Gesetz zu stoppen. Wenn wir das Wohl der Kinder und der Gesellschaft ernst nehmen, müssen wir versuchen, die Zahl der Kinder zu erhöhen, die von einer Mutter und einem mit ihr verheirateten Vater großgezogen werden“, so der Kardinal.

Außerdem gebe es laut Brady Studien, nach denen Kinder, die nicht in einer traditionellen Familie aufwüchsen, eher arbeitslos, kriminell und drogenabhängig werden würden. Beispiele für negative Folgen von zu viel Toleranz gegenüber Lesben und Schwule sind für den Bischof „negative Entwicklungen in Großbritannien und den USA“.

Damit widerspricht der Bischof der eigenen Bevölkerung: Vier von fünf Iren unterstützen aktuellen Meinungsumfragen zufolge die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften für Lesben und Schwule. Gut die Hälfte spricht sich zudem für die Öffnung der Ehe aus.

Die irische Regierung will den Gesetzentwurf über „Civil Partnerships“ in Kürze ins Parlament einbringen. Homosexualität ist in Irland erst seit 1993 legal.