Bremen: Religiöse Schüler gegen Homos

Religiöse Schüler lehnen Homosexualität viel stärker ab als nichtreligiöse. Das geht aus einer Umfrage hervor, die Bremer Schüler durchgeführt haben. Dabei spielt es keine große Rolle, ob die Schüler Christen oder Moslems sind.

Wie die „taz Bremen“ berichtet, haben Schüler des Bremer Schulzentrums Walliser Straße, in dem es eine Berufs- und eine Handelsschule sowie ein Gymnasium gibt, knapp 1000 Mitschüler und Schüler einer anderen Schule befragt. 35 Prozent aller Befragten finden Homosexualität unmoralisch. Doch während bei Nichtgläubigen nur 20 Prozent dieser Meinung sind, sind es bei Katholiken 39 Prozent und bei Muslimen 62 Prozent. Unterschiede gibt es auch nach der Herkunft der Schüler: 50 Prozent der Migranten finden Lesben und Schwule unmoralisch, aber nur 21 Prozent der Deutschen. Bei den Mädchen haben 22 Prozent ein Problem mit gleichgeschlechtlicher Liebe, bei den Burschen ist es gut die Hälfte.

Besonders groß sind die Unterschiede auf die Frage, ob schwule Küsse in der Öffentlichkeit ekelhaft sind. 85 Prozent der muslimischen Schüler bejahten diese Frage, 41 Prozent der Schüler ohne Migrationshintergrund und immer noch zehn Prozent der Lehrer.

Einen positiven Effekt hat die Studie allerdings: Homophobe Schimpfwörter haben auf dem Schulhof stark nachgelassen, weil offen über das Thema geredet wurde, erklärten die Schüler.