Öffnen USA die Army auch offiziell für Lesben und Schwule

In der Armee der Vereinigten Staaten könnten bald offen lebende Lesben und Schwule dienen. Die Front gegen die „Don’t ask, don’t tell“-Regelung bröckelt immer stärker ab. Dieses Prinzip war 1993 unter Bill Clinton eingeführt worden: Lesben und Schwule dürfen zwar nicht in der US Army dienen, Soldaten dürfen aber auch nicht nach ihrer sexuellen Orientierung gefragt werden.

Diese Regelung finden 104 pensionierte Generäle und Admirale sinnlos: „Israel, Großbritannien und andere Nationen erlauben Schwulen und Lesben, offen zu dienen. Unsere Militärangehörigen sind Profis, die gut zusammenarbeiten können, egal was für Unterschiede es in Rasse, Geschlecht, Religion und Sexualität geben mag“, heißt es in einem Aufruf der Ex-Militärs.

Und die Zahlen geben ihnen recht: Insgesamt gibt es in den USA eine Million ehemaliger Militärangehöriger, die schwul oder lesbisch sind, derzeit dürften 65.000 Homosexuelle ihrem Land dienen. Im Gegenzug sind mehr als 12.000 Lesben und Schwule wegen ihrer sexuellen Orientierung aus der Armee geflogen.

Der designierte US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, offen schwule und lesbische Soldaten zulassen zu wollen, wenn die Militärführung damit einverstanden ist. Und das könnte problematisch werden: Als Verteidigungsminister ist der konservative Colin Powell im Gespräch, der strikt gegen homosexuelle Soldaten ist. An seinem Veto scheiterte ein Ende des Verbots 1993, daraufhin kam die bis heute gültige „Don’t ask, don’t tell“-Regelung als Kompromiss.