Stefan Petzner als BZÖ-Chef zurückgetreten

Stefan Petzner ist von seinem Amt als geschäftsführender BZÖ-Obmann zurückgetreten. Das bestätigte Petzner dem ORF. Vorläufiger Nachfolger des 27-Jährigen ist der Wiener Herbert Scheibner, ein endgültiger Nachfolger für Jörg Haider wird erst bei einem Parteitag im Frühjahr bestimmt.

Der Wechsel an der BZÖ-Spitze geschah einstimmig. Dass er wegen seiner umstrittenen Medienauftritte abgelöst wurde, dementiert er: „Ich weiß, dass es nicht so ist. Ich wurde nicht abmontiert.“ Er werde nun den Landtagswahlkampf in Kärnten leiten, so Petzner.

Petzner war nach dem Unfalltod von Jörg Haider innerparteilich stark unter Druck geraten: Zu emotional und tränenreich waren seine Auftritte in den ersten Tagen So erzählte er, Haider sei sein „Lebensmensch“ gewesen und beschrieb, wie es beim ersten Treffen der beiden geduftet hat.

Nach einer Woche verordnete er sich selbst einen Interview-Stopp und verkündete: „Ich muss mich vor mir selber schützen.“ Ausländische Zeitungen vermuteten zu diesem Zeitpunkt bereits eine schwule Beziehung zwischen den beiden, wofür es bis jetzt aber keine Beweise gibt.

Es wurde allerdings gemunkelt, dass sich Petzner und Haider in Velden gestritten haben, bevor sich Haider im Klagenfurter Schwulenlokal „Stadtkrämer“ betrunken hat und mit 1,8 Promille Alkohol im Blut seinen tödlichen Unfall hatte.

Petzner gilt als politischer Ziehsohn Haiders. Die beiden waren sich auch privat sehr nahe. Seine ersten politischen Gehversuche absolvierte er als Chef der Freiheitlichen Studenten an der Uni Klagenfurt, wo er Publizistik studierte. 2004 holte der Kärntner Landeshauptmann den damals 23-jährigen Petzner als persönlichen Sprecher zu sich.