Homo-Ehe: Polens Linke sind konservativ

Während in Westeuropa sozialdemokratische Parteien oft der Motor für die Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen sind, gehen in Polen auch hier die Uhren anders.

Während Grzegorz Napieralski, der amtierende Vorsitzende des „Bündnisses der Demokratischen Linken“ (SLD), der größten polnischen Linkspartei, die Ehe für Lesben und Schwule nach spanischem Vorbild öffnen will, sind die Mitglieder seiner Partei anderer Meinung. Das geht aus einer anonymen Befragung von über 1.500 SLD-Aktivisten hervor.

So sind ein Drittel der Befragten der Meinung, homosexuelle Beziehungen seien mit der menschlichen Natur unvereinbar. Fast die Hälfte ist gegen die Legalisierung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare.

„Wir haben ein großes Problem“, fasst der Ex-Chef der SLD, Wojciech Olejniczak, die Ergebnisse der Studie gegenüber der Zeitung „Gazeta Wyborcza“ zusammen. Die Ansichten der Mitglieder seien eher wirtschaftsliberal oder konservativ, aber nicht links. So geben 64 Prozent der SLD-Mitglieder an, gläubig zu sein, und 72 Prozent besuchen die Kirche.

„Wir haben viele Fehler gemacht, in unserer Linksorientierung waren wir oberflächlich und hinterhältig. Das Ziehen der Schlussfolgerungen aus der Umfrage ist die größte Herausforderung für den neuen Parteivorsitzenden“, so Olejniczak.