Niederlande: Hassverbrechen durch Inländer

Zu einem unerwarteten Schluss kam ein neues Meldesystem für Hassverbrechen in den Niederlanden: Während bei Attacken gegen Lesben und Schwule, die in der Öffentlichkeit diskutiert wurden, die Täter fast immer Ausländer waren, wurde ein Großteil aller Taten von Inländern verübt.

Die öffentlich gemachten Angriffe meist muslimischer Täter gegen Lesben und Schwule waren für rechte Politiker eine willkommene Rechtfertigung, den Moslems generell Homophobie vorzuwerfen und zu behaupten, sie können sich nicht in die niederländische Gesellschaft eingliedern.

Den Statistiken der Polizei zufolge wurden nur 16% der 150 Meldungen im ersten Halbjahr von Nicht-Weißen begangen. Mehr als ein Viertel aller Angriffe waren gewalttätig, der Rest waren Einschüchterungen, Beschimpfungen und Vandalismus. Ein Großteil der Opfer und Täter waren Männer.

Eine Umfrage des Fernsehmagazins „EenVandaag“ vor einigen Monaten hat ergeben, dass sich mehr als die Hälfte der Lesben und Schwule in den Niederlanden sich heute unsicherer fühlen als ein Jahr zuvor. Das betrifft vor allem Amsterdam, das wegen dieser Angst um seinen Ruf bangen muss, die schwule Hauptstadt Europas zu sein.

Die niederländische Regierung hat sich dazu bekannt, die Akzeptanz von Lesben und Schwulen im Land zu fördern und gegen Homophobie vorzugehen. Dafür wurden auch mehrere Millionen Euro bereitgestellt.