Obama will mehr Rechte für Lesben und Schwule

Lesben und Schwule setzen große Hoffnungen designierten US-Präsidenten Barack Obama. Und der dürfte sie nicht enttäuschen: Auf seiner Homepage hat er einen Acht-Punkte-Plan vorgestellt, der Lesben, Schwulen und Transgender mehr Rechte einräumen soll.

So setzt sich Obama für den Matthew Shepard Act ein. Der Gesetzesentwurf wurde nach einem jungen Studenten benannt, der von College-Kollegen ausgeraubt und ermordet wurde, weil er schwul war. Er sieht vor, dass Hassgewalt gegen homo-, bi- und transsexuelle Menschen genauso wie rassistisch motivierte Hassverbrechen von den Bundesbehörden verfolgt wird und nicht von der Polizei des jeweiligen Bundesstaates. „Als Senator in Illinois hat Obama für harte Gesetze gestimmt, die Hassverbrechen und den Plan, so ein Delikt zu begehen, gesetzeswidrig machten“, heißt es auf seiner Website.

Außerdem will Obama auch am Arbeitsplatz Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung verbieten. Schwule und lesbische Paare sollen die gleichen Rechte bekommen wie Heterosexuelle: So unterstützt er Eingetragene Partnerschaften. Den „Defense of Marriage Act“, der 1996 beschlossen wurde, um gleichgeschlechtliche Paaren im Bundesrecht zu diskriminieren, will er abschaffen. Dann gibt es auch für ausländische Partner für Lesben und Schwule eine automatische Aufenthaltsgenehmigung.

Außerdem will Obama gleichgeschlechtlichen Paaren ermöglichen, Kinder adoptieren zu können. Er glaubt, „dass Kinder von einem gesunden und liebenswerten Zuhause profitieren, egal ob die Eltern schwul sind oder nicht.“

Auch das Militär soll für offen lebende Schwule und Lesben geöffnet werden. Derzeit dürfen Homosexuelle nur dann in der Army, Navy oder bei den Marines dienen, wenn sie ihre sexuelle Orientierung geheim halten. „Der Test für die Eignung zum Militärdienst sollte Patriotismus, Pflichtbewusstsein und die Bereitschaft zu dienen sein. Diskriminierung sollte verboten sein“, schreibt Obama, der mit führenden Militärs zusammenarbeiten will, um die augenblickliche Regelung abzuschaffen.

Auch der Kampf gegen HIV und Aids wird unter Barack Obama die Rechte von Lesben und Schwulen stärken: So spricht er sich, anders als George W. Bush, auch für eine altersgerechte Sexualaufklärung und verstärkte Werbung für Verhütungsmittel aus. Außerdem will er sich gegen die Stigmatisierung von HIV und Aids stellen.