Hass-Sänger Bounty Killer will „alle Schwuchteln umbringen“

Aktivisten wollen London-Konzert zu Fall bringen

Bounty Killer
Stefan Klauke - CC BY-SA 2.0

In einem neuen Video, das auf YouTube aufgetaucht ist, hetzt der jamaikanische Dancehall-Sänger Bounty Killer erneut gegen Lesben und Schwule. Darin rühmt er sich erneut, Lesben und Schwule umbringen zu wollen.

Damit ist in Großbritannien die Debatte um einen Auftritt von Bounty Killer in London erneut aufgeflammt. Das britische Innenministerium hat den Auftritt gestattet, der schwule Menschenrechtsaktivist Peter Tatchell kämpft weiter dagegen: Er wundert sich, dass die Polizei das Konzert des Hass-Sängers absagen würde, wenn es Ausschreitungen gäbe, „höfliches und friedliches Lobbying“ aber ignoriert.

„Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Mörder-Musik und homophober Gewalt“

„Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Mörder-Musik und homophober Gewalt, besonders in Jamaika, wo die Veröffentlichung schwulenfeindlicher Nummern oft mit einem Anstieg an Gewalt gegen Lesben und Schwule einhergeht“, erklärt Tatchell. So gibt es ein zweites Video, das zeigt, wie ein Mob versucht, einen Schwulen in Jamaika zu lynchen. Dabei johlen sie Texte aus schwulenfeindlichen Liedern, wie „Batty men fi dead“, also „Schwule müssen sterben“.

Während in Deutschland und in der Schweiz Auftritte von Hass-Sängern immer öfter abgesagt werden und ein Verbot ihrer Platten geprüft wird, können sie in Österreich noch immer unbehelligt auftreten. Nach anfänglichen Protesten der Grünen haben sich diese entschlossen, „die Diskussion zu suchen“. Ein klärendes Gespräch zwischen der lesbischwulen Community und Dancehall-Fans steht mittlerweile seit mehr als einem halben Jahr aus.