Moskauer Bürgermeister poltert weiter gegen Lesben- und Schwulenparaden

Trotz internationaler Proteste will der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow auch weiterhin Lesben- und Schwulenparaden in seiner Stadt verbieten.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax sagte er, Moskau werde „Homosexuellen-Propaganda“ verhindern, „auch wenn einige provinzielle Demokraten meinen, dass der Umgang mit sexuellen Minderheiten als wichtigster Indikator einer Demokratie gilt“. Auf einer Konferenz über HIV und AIDS auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion gab er außerdem Homosexuellen die Schuld an der Verbreitung der Immunschwächekrankheit.

In den letzten Jahren wurde der Moscow Pride immer verboten, es kam zu gewalttätigen Ausschreitungen mit der Polizei und rechten Nationalisten. Dabei wurden auch internationale Sympathisanten wie HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt Krickler oder Volker Beck, Geschäftsführer der Grünen im Deutschen Bundestag, verprügelt.

Heuer haben die Organisatoren vor, die Veranstaltung zeitgleich mit dem Eurovision Song Contest abzuhalten. Sie hoffen, dass sich die Stadt Moskau nicht traut, dann gewaltsam gegen die Veranstaltung vorzugehen, um keine negative Berichterstattung in der weltweiten Presse zu riskieren.