Bekommt Zürich eine lesbische Bürgermeisterin?

Berlin, Paris, Oslo und Hamburg haben schon eines – jetzt könnte Zürich folgen: Die größte Stadt der Deutschschweiz könnte ein homosexuelles Stadtoberhaupt bekommen.

Am 8. Februar 2009 wählt Zürich einen neue Stadtpräsidentin. Dass das Amt, das dem eines österreichischen Bürgermeisters entspricht, an eine Frau geht, ist schon so gut wie fix. Die aussichtsreichsten Kandidaten sind Kathrin Martelli von der liberalen FDP und die Sozialdemokratin Corine Mauch.

Mauch führt seit Oktober die SP-Fraktion im Zürcher Gemeinderat. Die studierte Politologin bekennt sich offen zu ihrer Homosexualität und ihrer Partnerin. Der Schweizer Zeitung „20 Minuten“ sagte sie: „Das ist meine private Lebensweise, nicht mein politisches Thema. Aber es gehört zu mir.“

Diese offene Haltung sorgt in der Community für Respekt. Brigitte Röösli von der Lesbenorganisation Schweiz (LOS) sagt zur Kandidatur von Mauch: „Es ist eine große Freude, dass sie so klar dazu steht. Als Vorreiterin setzt sie für andere Lesben ein Zeichen: Auch mit unserer Lebensform kann man angesehen sein.“

Moël Volken von Pink Cross, der größten Schweizer Lesben- und Schwulenorganisation erklärt: „Das Tabu ist noch immer sehr viel grösser, als sich das viele vorstellen.“ Dabei seien Schwule und Lesben hervorragende Politiker: „Sie sind es gewohnt, auch schwierige Situationen zu meistern.“, erklärt Volken „20 Minuten“.