Homo-Ehe: Opposition zweifelt an ÖVP

Häme und Kritik üben die Oppositionspartei an der Ankündigung des neuen ÖVP-Generalsekretärs Fritz Kaltenegger, die Eingetragene Partnerschaft für schwule und lesbische Paare in den nächsten Monaten in Österreich einzuführen.

Ulrike Lunacek von den Grünen spricht in einer Aussendung, dass sich die ÖVP „im Schneckentempo der Gleichstellung von lesbischen und schwulen Partnerschaften“ nähere. Es ist für Lunacek zwar erfreulich, dass sich Kaltenegger für das Standesamt ausgesprochen hat, aber: „Lächerlich ist der VP-Eiertanz um die Zeremonie: Will Kaltenegger etwa gesetzlich verbieten, dass jemand während des Ja-Wortes Musik spielt bzw. FreundInnen mitbringt?“, so Lunacek.

Für die FPÖ äußert sich Familiensprecherin Anneliese Kitzmüller – mit Nachdruck, die entsprechende Aussendung wurde gleich zweimal verschickt. Dafür bleiben die Freiheitlichen bei ihrer inhaltlichen Position: Die ÖVP habe „als Familienpartei abgedankt“. Homosexuelle Partnerschaften der Ehe zwischen Mann und Frau gleichzusetzen, vergleiche Gleiches mit Ungleichem, so Kitzmüller, die auch „die definitive Ablehnung der Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Ersatzeltern“ betonte – auch wenn diese gar nicht zur Debatte steht.

Für das BZÖ wundert sich Generalsekretär Martin Strutz, „mit welchem Arbeitseifer die ÖVP gleich zu Beginn der Legislaturperiode das Thema Homo-Ehe angeht“. Gerade in Zeiten der Wirtschaftkrise und steigender Arbeitslosigkeit gebe es sicherlich wichtigere Dinge, so Strutz in seiner Aussendung. Allerdings räumt er zumindest Handlungsbedarf ein: „Eine Modernisierung des Eherechts ist sicherlich notwendig, gerade in Bezug auf die vielen Patchworkfamilien in Österreich“, so Strutz.