Obama: Amtseinführungs-Gebet von homofeindlichem Prediger

Der zukünftige US-Präsident Barack Obama verteidigt die Auswahl des erzkonservativen Pastors Rick Warren für das Gebet bei seiner Amtseinführung. Er wehrt sich damit gegen die Kritik liberaler Gruppen und lesbischwuler Bürgerrechts-Organisationen. Diese lehnen den Auftritt Warrens bei der Amtseinführung am 20. Januar ab, da er ein bekennender Gegner von Abtreibungen und Homo-Ehen ist.

In einem Brief an Obama schrieb der Präsident der Organisation Human Rights Campaign, Warrens Einladung sei eine „Ohrfeige für die Homosexuellen in den USA“. In einem Buch bezeichnet Warren Abtreibungen als „Holocaust“, Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern sind für ihn wie Ehen zwischen Geschwistern. Mit diesen Sprüchen ist Warren erfolgreich: Mehr als 20.000 Gläubige strömen jeden Sonntag zu seinen Gottesdiensten.

Obama sagte, er sei vor einigen Jahren von Warren zu einer Ansprache in der dessen Kirche eingeladen worden, obwohl er Obamas andere Auffassung zum Thema Abtreibungen und Homosexuellen-Rechte kenne. „Genau diese Art von Dialog ist das Thema meiner Wahlkampagne“, sagte Obama: „Man kann sich nicht in allen Fragen einig sein.“

Es sei kein Geheimnis, dass er die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen unterstütze. Dennoch solle bei seiner Amtseinführung eine große Vielfalt an Meinungen vertreten sein.