Schwule Weihnachten verärgern Amsterdamer Christen

Für Kontroversen zwischen Schwulen und Lesben auf der einen Seite und konservativen Christen auf der anderen sorgt das zehntägige „Pink Christmas“-Festival, das heuer erstmals in Amsterdam stattfindet. Die Veranstaltung wird von der Gruppe ProGay organisiert und steht unter dem Motto „Nichts ist heilig – außer die Liebe zwischen den Menschen“. Sie findet vom 18. bis 28. Dezember statt. Geplant sind unter anderen Partys, ein Freiluftmarkt, Filmvorführungen, Eislaufen sowie ein Gottesdienst am Christtag.

Für Aufregung sorgte das Krippenspiel am Sonntag: Dabei wurde die Jungfrau Maria von einer Drag-Queen in Lackstiefeln und Minirock verkörpert. Josef gab es dafür zweimal in der Fetisch-Variante, mit Gummishorts und Lederharness. Nach niederländischen Medienberichten vom Montag kritisierten konservative christliche Organisationen diese Aktion im Amsterdamer Stadtzentrum als „für gläubige Christen verletzend“. Sie hatten zuvor mit einer Unterschriftenaktion versucht, die „provozierende“ Darstellung der biblischen Krippen-Szene zu verhindern. Jetzt lädt ProGay zu einer Podiumsdiskussion über das Verhältnis der Kirche zur Homosexualität.

Trotz der Proteste will ProGay „Pink Christmas“ ab sofort jedes Jahr veranstalten, um Lesben und Schwulen in der Weihnachtszeit eine Möglichkeit zum Feiern und zur Darstellung ihrer Probleme in der Gesellschaft zu geben.