Werden bereits geschlossene Homo-Ehen aufgelöst?

Rund 18.000 schwule und lesbische Paaren, die sich vor dem Verbot der Homo-Ehe in Kalifornien trauen ließen, müssen wieder zittern: Die Bürgerinitiative „Protect Marriage“ will alle Ehen annullieren lassen, die bereits geschlossen wurden.

Der Grund: „Proposition 8“ sieht keine einschränkenden Klauseln oder Ausnahmen vor. „Nur die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau ist gültig und anerkannt in Kalifornien“, heißt es. Vertreten wird die Initiative vom konservativen Scharfmacher Kenneth Starr, der 1998 den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton zu seiner Beziehung zu der Praktikantin Monica Lewinsky befragte.

Doch nicht nur die Konservativen kämpfen in diesem Punkt weiter: Derzeit laufen drei Verfahren, mit denen Befürworter der Homo-Ehe ihre Abschaffung wieder rückgängig machen wollen. Die Beschwerden wurden von der Homosexuellen-Organisation Lambda Legal, der Bürgerrechtsorganisation ACLU sowie von den Städten San Francisco, Los Angeles und Santa Clara eingelegt.

Der Oberste Gerichtshof von Kalifornien hatte die Homo-Ehe im Mai für zulässig erklärt. Am 4. November wurde sie in einem Referendum mit 52,1 Prozent der abgegebenen Stimmen jedoch abgelehnt.