Schwulenhassender Terrorist aus italienischer Haft entlassen

Der rechtsextreme italienische Terrorist Marco Furlan ist wieder frei. Gemeinsam mit dem Deutschen Wolfgang Abel, ist er als Kopf der rechten deutsch-italienischen Terrorgruppe „Ludwig“ für 15 Tote zwischen 1977 und 1984 verantwortlich. Nach einer mehrjährigen Flucht wurde er 1995 gefasst und damals zu 27 Jahren Haft verurteilt.

Die Opfer von Furlan und Abel waren überwiegend Prostituierte, Priester und Homosexuelle. Dabei waren sie brutal: 1977 wurde in Verona ein Drogendealer mit vier Molotowcocktails in die Luft gejagt. Dann wurden zwei Schwule in Padua und Vicenza mit Messerstichen in den Rücken getötet. Eine Prostituierte in Vicenza wurde erst mit dem Hammer erschlagen, dann mit dem Beil zerlegt. 1981 starb am Etschufer von Verona ein Fixer bei lebendigem Leib in den Flammen seiner Hütte, 1982 starben zwei Mönche in Vicenza unter Hammerschlägen, einer von ihnen war wegen Päderastie angeklagt. Einem 1983 ermordeten Pater hatten die Täter in Trient ein Kruzifix ins Genick getrieben. Sechs Gäste erstickten 1983, als im Sexkino „Eros“ in Rom ein Brand ausbrach. „Eine Todesschwadron hat die Männer ohne Ehre hingerichtet“, teilten die Männer in einem Bekennerbrief an die italienische Nachrichtenagentur ANSA mit und übernahmen „die Verantwortung für den Scheiterhaufen der Schwänze“.

Bei den Ermittlungen vermuteten die Ermittler des deutschen Bundeskriminalamtes bei Furlan und Abel „auch Anhaltspunkte für eine latente Homosexualität“. Die beiden Männer kannten sich seit ihrer Kindheit kannten und hatten als Schüler Kontakte zu „rechtsradikalen katholischen Guerillakämpfern“, wie der „Spiegel“ damals schrieb.

Dank guter Führung und Strafnachlässen wurde ihm die Strafzeit erheblich verkürzt, teilte sein Rechtsanwalt mit. Nach 13 Jahren Haft ist er somit wieder auf freiem Fuß. Sein Komplize Wolfgang Abel wurde 1991 in Rom zu 30 Jahren Haft verurteilt.

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