Deutsche Bundeswehr schwulenfeindlich

Einen Offenen Brief über Schwulenfeindlichkeit in der deutschen Bundeswehr hat der Rostocker Schwulen- und Lesbenverein rat+tat e.V. veröffentlicht.

Wie Sexualpädagoge und Vorstandsmitglied Jörgen Heiser in dem Schreiben an dem Deutschen Verteidigungsminister Franz Josef Jung schreibt, war ein Rekrut wegen schwulenfeindlicher Aussagen von Ausbildnern so geschockt, dass er den Wehrdienst abbrechen musste und derzeit in ärztlicher Behandlung steht.

So hat ein Ausbildner bei der Anmeldung zur Grundausbildung einem Rekruten „bist du schwul oder was?“ hinterhergeschrien, und die Ausbildner teilten ihren Untergebenen beim Essen ebenso harsch mit, „wer nur Käse auf dem Brötchen hat ist schwul“.

Als die Kantine eines Tages verspätet geöffnet hat, schrie ein Ausbildner: „ihr Schwuchteln, macht endlich die schwuchtelige Tür pünktlich auf“.

Und über den richtigen Abstand beim Marschieren schrien die Ausbildner die Grundwehrdiener an: „Alle, die dichter dran sind, sind schwul! Wer einen größeren Abstand hält, begeht Fahnenflucht!“.

Heiser war über den Ton in der Kaserne entsetzt: „Ich finde es sehr erschreckend, dass so eine eindeutig schwulenfeindliche und damit auch menschenverachtende und herabwürdigende Verhaltensweise von Ausbildern in der Bundeswehr immer noch praktiziert und somit den jungen Soldaten vorgelebt wird“, schreibt er in dem Brief.

Weiters fordert er Verteidigungsminister Jung auf, solche Ausbildungspraktiken sofort zu unterbinden. Eine Stellungnahme des Ministeriums gibt es noch nicht.