Weniger Eingetragene Partnerschaften in der Schweiz

In der Schweiz haben letztes Jahr deutlich weniger gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaft registrieren lassen als im Jahr zuvor. Zwei Jahre nach der Einführung des Bundesgesetzes haben in Basel zum Beispiel um 70 Prozent weniger Lesben und Schwule ihre Partnerschaft amtlich besiegelt. Diese Zahlen hat das Schweizerische Bundesamt für Statistik bekanntgegeben.

Auch, wenn die Zahlen aus allen Kantonen erst Ende Februar veröffentlicht werden, haben einige Kantone bereits jetzt ihre Statistik publiziert. So lässt sich ein erster Trend absehen: Bis Ende Oktober haben sich in der Schweiz knapp über 800 Paare registrieren lassen. Im Jahr 2007 betrug die Anzahl registrierter Partnerschaften etwa 2000.

Ein Sprecher der Schweizer Schwulenorganisation „Pink Cross“ ist über diesen Trend nicht erstaunt. Er erklärt sich die große Anzahl an Registrierungen im Jahr 2007 damit, dass es damals „viele Paare gab, die darauf gewartet haben, sich registrieren zu lassen und dies dann auch sofort taten“. Für ein genaues Bild müssten die Zahlen von 2008 mit jenen von 2009 verglichen werden. Außerdem gab es vor der Einführung des Bundesgesetzes einzelne Städte und Kantone, die schwulen und lesbischen Paaren die Möglichkeit einer Registrierung boten. Diese haben sich 2007 dann auch nach Bundesrecht eintragen lassen.

Wie der Pink-Cross-Sprecher sagte, bringt eine Registrierte Partnerschaft nicht nur Vorteile: „Dieser Eintrag etwa in persönlichen Dokumenten wie dem Pass kann auch Probleme schaffen“, zum Beispiel bei der Einreise in Länder, in denen Homosexualität illegal ist.