Konservative Christen beten in Zürich gegen die EuroPride

Die konservativen Christen in Zürich bringen sich gegen die EuroPride in Stellung. Die größte europäische Lesben- und Schwulenparade findet heuer in der Schweizer Stadt statt und wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet.

Das dürfte der christlich-konservativen „Familienlobby“ nicht gefallen. Im ebenfalls christlich-konservativen Schweizer Magazin „Factum“ erklärt deren Vertreter Daniel Regli, ein Massenaufmarsch wie die EuroPride verändere die öffentliche Moral und damit das Leben von Menschen. Aus diesem Grund habe sich die Organisation entschieden, Gott um die Verhinderung des Homo-Treffens zu bitten.

So ganz auf den Herrn verlassen wollen sich die Aktivisten dann aber auch nicht: So planen sie ein Gebetstreffen und eine Tagung zum Thema „Homosexualität aus christlich-therapeutischer Sicht“ – was die in diesen Kreisen besonders beliebte, aber wirkungslose „Heilung“ von Lesben und Schwulen beschreibt. Außerdem wollen sie ein Büchlein verteilen, in dem ein „ehemaliger Homosexueller“ über sein Leben und bezeugt sein neu gefundenes Leben in Christus erzählt.

Außerdem hat die „Familienlobby“ mehr als 5000 Unterschriften gegen die Parade gesammelt und bereits im Dezember dem Zürcher Stadtrat übergeben. Es gehe nicht darum, die Homosexualität als „speziell grosse Sünde“ zu diskreditieren, heißt es. Vielmehr wolle man die „manipulative Werbung der Homo-Lobby mit relevanten Aktionen und Aussagen bekämpfen“.

Die Organisatoren der EuroPride schütteln bei solchen Aussagen nur den Kopf. Sie sind betroffen, dass ihnen die Gruppe Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit und die Meinungsfreiheit entziehen will. Das verstößt außerdem gegen das Diskrimierungsverbot des Kantons. Mit der EuroPride wolle man keine religiösen Gefühle verletzen. Im Gegenteil: So gibt es während der EuroPride auch einen ökomenischen Gottesdienst, denn auch für viele Lesben und Schwule sei Religion ein wichtiger Teil ihres Lebens, so die Veranstalter.