Was Obama für Lesben und Schwule machen will

Die Vereidigung von Barack Obama zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten soll auch eine Verbesserung der Rechte von Schwulen und Lesben bringen. So kündigt der neue Präsident auf seiner Homepage wesentliche Änderungen an, die homosexuellen Amerikanern mehr Rechte geben sollen.

So sollen Hass-Verbrechen gegen Lesben und Schwule zukünftig Bundesbehörden ermitteln und nicht mehr lokale Polizeistationen. Rund 15 Prozent aller Hass-Verbrechen in den USA richten sich gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. Damit sind sie auf der Liste der gefährdetsten Gruppen auf Rang drei.

Außerdem unterstützt Obama, dass die Gesetze gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz auf sexuelle Orientierung und Geschlechteridentität ausgeweitet werden.

Auch mehr Rechte für lesbischwule Paare stehen auf der Liste des neuen Präsidenten: Eingetragene Partnerschaften sollen in ihren Rechten und Pflichten Ehen gleichgestellt werden, mehr als 1.100 Bundesgesetze, die sich auf Ehepartner beziehen, sollen auch gleichgeschlechtliche Paare miteinschließen. Einem Verbot gleichgeschlechtlicher Ehe in den Verfassungen der Bundesstaaten oder der USA lehnt Barack Obama ab.

Ebenso will Obama auch Lesben und Schwulen einen Zutritt zum Adoptionsrecht garantieren: Jedes Paar und jeder Amerikaner sollte, unabhängig von der sexuellen Orientierung, Kinder adoptieren können.

Zukünftig sollen auch offen schwule und lesbische Soldaten im amerikanischen Militär dienen dürfen. Derzeit gilt die „Don’t ask, don’t tell“-Regel, die Homosexuellen prinzipiell den Militärdienst verbietet, Vorgesetzten aber genauso, nach der sexuellen Orientierung ihrer Schützlinge zu fragen. In den letzten Jahren fielen dieser Regel alleine über 300 Sprachexperten zum Opfer, darunter 50, die fließend arabisch sprechen und dringend benötigt würden.

Auch im Kampf gegen Aids will der neue Präsident aktiv sein. Neben altersgerechtem Aufklärungsunterricht und dem Tausch von Spritzennadeln für Drogensüchtige will Obama, dass auch offen über Aids gesprochen wird. Dazu gehört auch, dass Ängste gegenüber Schwulen angebaut werden. Nachdem sich die Zahl an HIV-infizierten Frauen in den letzten 20 Jahren vervierfacht hat, sollen Frauen zukünftig im Kampf gegen Aids eine stärkere Rolle spielen.

Ob es Barack Obama schafft, alle diese ehrgeizigen Pläne umzusetzen, ist fraglich. Zu wünschen ist es ihm auf jeden Fall.

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