Berliner Lesben und Schwule gehen gegen Gewalt auf die Straße

Nach dem jüngsten homophoben Angriff geht die lesbischwule Szene Berlins auf die Straße, um gegen Gewalt gegen Lesben und Schwule zu protestieren: Mehr als 500 Menschen haben bei einer kurzfristig organisierten Mahnwache an der Ecke Eisenacher-/Kleiststraße teilgenommen. Dort, mitten im Schöneberger Schwulenkiez, war in der Nacht zum Mittwoch ein 23-Jähriger von mehreren Männern lebensgefährlich verprügelt worden. Er musste notoperiert werden, sein Zustand ist mittlerweile stabil.

Der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD), der die Demonstration gemeinsam mit dem Berliner Anti-Gewaltprojekt Maneo organisiert hat, forderte den Berliner Senat auf, Schwule und Lesben in Berlin besser zu schützen. An der Mahnwache und einem anschließenden Umzug nahmen zahlreiche Landes- und Bundespolitiker teil, darunter die Berliner Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke). Anwesend waren auch Vertreter aller anderen im Parlament vertretenen Parteien, darunter die Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert (SPD) und Markus Löning (FDP) sowie die Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses Sascha Steuer (CDU), Stefan Liebig (Linke) und Thomas Birk (Grüne).

Die Gewaltakte führten aufs Neue vor Augen, dass Homophobie ein virulentes Problem auch in Berlin ist, erklärte der Landesgeschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland (LSVD), Alexander Zinn. Maneo-Projektleiter Bastian Finke appellierte in seiner Ansprache an die breite Öffentlichkeit, einzuschreiten, „wenn Ihnen wieder einmal der Satz ‚Schwule Sau!’ entgegen schallt“: „Alle sind aufgefordert Gesicht zu zeigen und Zeichen zu setzen. Mit einer klaren, eindeutigen und unmissverständlichen Haltung entziehen wir Tätern den letzten Schein, ihr tun sei irgendwie auch nur ansatzweise moralisch gerechtfertigt.“