Schwule Männer dürfen in Deutschland weiter kein Blut spenden

In Deutschland bleiben schwule Männer weiterhin von der Blutspende ausgeschlossen. Das berichtet die „Passauer Neue Presse“ (PNP), nachdem ein 21-Jähriger aus dem Landkreis Passau erfolglos probiert hat, beim Roten Kreuz Blut zu spenden.

Nach einem Protest beim Bayerischen Roten Kreuz wurde dem junge Mann, der in einer monogamen Beziehung lebt und ausschließlich Safer Sex praktiziert, erklärt, das Verbot gelte „gemäß der Richtlinien der Bundesärztekammer, an die alle deutschen Blutspendedienste gebunden sind“.

Hans-Jörg Freese, Pressesprecher der Bundesärztekammer, erklärt der PNP, das Verbot sei keine Diskriminierung, sondern eine „Vorsichtsmaßnahme, ähnlich wie auch für ganz andere Personengruppen“. So dürfen auch Menschen nicht spenden, die zwischen 1980 bis 1996 mehr als sechs Monate in Großbritannien waren, weil sie sich mit der Creutzfeldt-Jakob-Krankeit angesteckt haben könnten.

Zwar werde jede einzelne Blutspende sorgfältig auf HIV, Hepatitis B und C untersucht, wenn der Spender aber frisch infiziert sei, könne es vorkommen, dass der Virus noch nicht nachweisbar sei. Deshalb würden Risikogruppen von vornherein von einer Spende ausgeschlossen. Dass schwule Männer nicht, Lesben aber schon spenden dürfen, liege daran, dass es „keine Daten gibt, die auf ein erhöhtes Risiko der HIV-Übertragung in dieser Population hindeutet'“, so Freese gegenüber der PNP.