Island bekommt lesbische Premierministerin

Jóhanna Sigurðardóttir - Foto: Isländisches Sozialministerium

Island könnte als erstes Land der Welt eine offen lesbische Premierministerin bekommen: Präsident Ólafur Ragnar Grímsson hat die Außenministerin und Vorsitzende der Sozialdemokraten, Ingibjörg Gísladóttir, mit der Führung einer Interimsregierung beauftragt, nachdem die alte Regierung wegen der Finanzkrise zurückgetreten ist.

Gísladóttir, die sich letzte Woche einem chirurgischen Eingriff am Gehirn unterziehen musste, nominiert Sozialministerin Jóhanna Sigurðardóttir als vorläufige Premierministerin bis zu den Neuwahlen am 9. Mai. Die 66-Jährige wäre damit das weltweit erste offen homosexuelle Oberhaupt einer Regierung. Die ehemalige Stewardess hat zwei erwachsene Kinder und lebt in fester Partnerschaft mit der Dramatikerin Jónína Leósdóttir. Sie ist seit 1978 als Abgeordnete im Alþingi, dem isländischen Parlament.

Sigurðardóttir ist die einzige Ministerin Islands, deren Umfragewerte seit der Finanzkrise stiegen: Unermüdlich kämpfte sie für alleinerziehende Mütter, Pensionisten ohne dicke Vermögenspolster und die vielen neuen Arbeitslosen.