Heftige Vorurteile gegen schwule Pflegeeltern

Der Fall einer Adoption von zwei Kindern durch ein schwules Paar in Schottland hat in den Medien zu Berichten geführt, die nach Meinung von Stonewall, der führenden lesbischwulen Organisation in Großbritannien, „in neue Bereiche der Geschmacklosigkeit vordringt“. So hat Amanda Platell, Kolumnistin der „Daily Mail“, die den Fall als erste an die Öffentlichkeit brachte, geschrieben: „Es scheint, als ob Sozialämter – aller gegenteiligen Fakten zum Trotz – noch immer glauben, alle Beziehungen sind gleich viel wert, wenn es darum geht, Kinder aufzuziehen. (…) Das stimmt einfach nicht. Sie sind nicht gleich, wenn es um das geht, was Kinder am meisten brauchen: Verantwortung und Stabilität“.

Damit teilt Platell die Argumentation des Sprechers der römisch-katholischen Kirche, der gemeint hat, gleichgeschlechtliche Partnerschaften seien „von Natur aus unbeständiger“ und Lesben und Schwule würden deshalb früher sterben.

Ein Stonewall-Sprecher versucht, mit diesen Vorurteilen aufzuräumen: „Alle Fakten sprechen dafür, dass sich Kinder die in einem stabilen und liebevollen lesbischen, schwulen oder bisexuellen Haushalt aufwachsen, sich gleich gut entwickeln, wenn nicht besser. Der Platell-Text dringt in neue Bereiche der Geschmacklosigkeit vor. Stonewall ist zutiefst beunruhigt über den homophoben Unterton von Teilen der dieswöchigen Berichterstattung. Das sollte uns daran erinnern, dass es sobald wir uns Gleichheit für Lesben und Schwule nähern, es noch immer jene gibt, die sie verhindern möchten.