Mehr Rechte für Homo-Paare in Kolumbien

In Kolumbien hat das Verfassungsgericht die Rechte von Lesben und Schwulen deutlich gestärkt: So änderten die Höchstrichter rund 20 Gesetze, um unverheiratete Paare – hetero- und homosexuell – der Ehe gleichzustellen. Die Richter beriefen sich dabei auf das in der Verfassung festgeschriebene Diskriminierungsverbot.

So haben künftig auch schwule und lesbische Partner von Armeeangehörigen den gleichen Anspruch auf Gesundheits- und Sozialleistungen des Verteidigungsministeriums wie Ehepartner. Außerdem können ausländische Partner von Kolumbianern die kolumbianische Staatsbürgerschaft beantragen. Auch bei Unterhaltszahlungen nach einer Trennung gelten für homosexuelle Paare künftig die gleichen Bestimmungen wie für Verheiratete. Für unverheiratete Partner gilt jetzt außerdem vor Gericht jetzt das Recht, sich der Aussage zu entschlagen.

„Jetzt hören Schwule und Lesben endlich auf, nur Bürger zweiter Klasse in Kolumbien zu sein“, meinte Marcela Sánchez von der Lesben- und Schwulenorganisation „Colombia Diversa“. Die Organisation hatte gemeinsam mit anderen gegen die Diskriminierung geklagt und so den Richterspruch erst ermöglicht. Homosexualität war bis in die 1980er Jahre in Kolumbien illegal. Diskriminierungen von Lesben und Schwulen, auch seitens der Polizei, sind in dem südamerikanischen Land häufig.

In Kolumbien gibt es für Lesben und Schwule noch keine Möglichkeit, ihre Partnerschaft eintragen zu lassen. Versuche, ein dementsprechendes Gesetz zu beschließen, scheiterten bislang an Verfahrenstricks in den Ausschüssen und Drohungen der römisch-katholischen Kirche. Präsident Álvaro Uribe erklärte aber, dass er ein Gesetz zur Einführung von Eingetragenen Partnerschaften unterschreiben würde.