Homosexualität „abartig“: Bischof von Fulda unter Beschuss

Hohe Wellen schlägt eine Diskussion des Fuldaer Bischofs Heinz Josef Algermissen mit etwa 30 Firmlingen. Dabei sagte er, Homosexualität sei ein „Problem, das nur wenige in der Gesellschaft angeht“. Lesben und Schwule sollten „nicht derart offensiv in die Öffentlichkeit treten und sich dort outen“. Eine Heirat eines gleichgeschlechtlichen Paares oder eine Adoption durch ein schwules oder lesbisches Paar findet Algermissen „abartig“.

Darauf reagierte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck. Der offen schwule Abgeordnete vergleicht den Fuldaer Bischof mit dem wieder in die Kirche aufgenommenen traditionalistischen Bischof Williamson. Dagegen verwehrt sich Algermissen: Er möchte seine Aussagen nicht in der Nähe der „entsetzlichen holocaustleugnerischen Äußerungen Williamsons“ sehen. „Für Antisemitismus ist in der Katholischen Kirche absolut kein Raum“, so eine Presseaussendung des Bistums.

Dort wird auch betont, dass Bischof Algermissen jede Form von Übergriffen gegen Homosexuelle ablehnt. „Denn jeder Mensch ist vor Gott mit der gleichen Würde ausgestattet, die ausnahmslos zu respektieren ist. Deswegen ist es auch nicht die Absicht des Bischofs, homosexuell veranlagte Männer und Frauen zu diskriminieren“, heißt es in der Aussendung weiter.

Doch Verständnis für die Lage von Lesben und Schwulen hat man in Fulda trotzdem nicht: „Jedoch sind nicht alle Handlungen von Menschen in gleicher Weise richtig und nicht alle Lebensformen gleich gut“, schränkt die Presseaussendung ein. „Homosexuelle Beziehungen lehnt die Kirche ab, da die Geschlechtlichkeit nach der Schöpfungsordnung auf die eheliche Liebe von Mann und Frau hingeordnet ist“, unterstreicht das Bistum erneut die offizielle Linie des Vatikans.