Neuer Linzer Weihbischof: „Katrina“ sollte Lesben- und Schwulenparade verhindern

Die Kritik an der Ernennung des ultrakonservativen Gerhard Maria Wagner zum Linzer Weihbischof reißt nicht ab. Wagner war zuletzt in den Medien in Erscheinung getreten, als er „Harry Potter“ als Satanismus geißelte und Hurrican „Katrina“ sowie den Tsunami in Südostasien als „Strafe Gottes“ bezeichnete.

Teil seiner abenteuerlichen Beweiskette ist die Lesben- und Schwulenszene von New Orleans. Diese hätte nämlich einige Tage nach der Flutkatastrophe ihren CSD abgehalten, der dort traditionell „Southern Decadence“ heißt. Daran stieß sich Wagner.

In der „Kremstaler Rundschau“ wurde der Pfarrer von Windischgarten folgendermaßen zitiert: „Wussten sie, dass 2 Tage danach die Homo-Verbände im französischen Viertel eine Parade von 125.000 Homosexuellen geplant hatten? Das 34. Jubiläum unter dem Namen ‚Südliche Dekadenz‘ war lange vorbereitet, und Kommentatoren schrieben, dass in diesen Tagen New Orleans die Tore der Stadt weit öffnen sollte, um die Sünde zu zelebrieren. Christen, die dagegen protestierten, sollen laut Presseberichten im Vorjahr ins Gefängnis gesperrt worden sein“, lobt Wagner den Wirbelsturm, der nicht nur mehr als 1.800 Menschen das Leben kostete und über eine Million Menschen obdachlos machte, sondern – seiner Logik zufolge – auch eine Lesben- und Schwulenparade verhinderte und dessen Flutwelle Bordelle und Abtreibungskliniken überschwemmte.

„Wie erst so langsam bekannt wird, sind die amoralischen Zustände in dieser Stadt unbeschreiblich.“, gibt sich der Landpfarrer als Experte für den Süden der USA: „Nicht irgendeine Stadt ist hier versunken, sondern eine Traumstadt des Volkes mit den ‚besten Bordellen und den schönsten Huren‘. Ist die auffallende Häufung von Naturkatastrophen nur eine Folge der Umweltverschmutzung durch den Menschen, oder mehr noch die Folge einer ‚geistigen Umweltverschmutzung‘? Darüber werden wir in Zukunft verstärkt nachdenken müssen.“, ist sich der ultrakonservative Kirchenmann damals sicher.

Innerhalb der Diözese Linz ist man extrem beunruhigt: Generaldechant Franz Wild ist „erschüttert über diese Entscheidung. Es ist verwunderlich, dass jemand, der in vielen Fragen eine extreme Position einnimmt, für so ein Amt, das doch zusammenführen soll, berufen wird. Ich hoffe, dass der Kirche klar ist, dass wir im 21. Jahrhundert leben und auch sie dort leben muss.“ Die Plattform „Wir sind Kirche“ rechnet nach der Ernennung Wagners mit Widerstand und Kirchenaustritten.