Ehegatten-Zuschlag: Bürgermeister verklagt eigene Stadt

In der deutschen Stadt Heidelberg hat der Bürgermeister für Integration und Chancengleichheit, Wolfgang Erichson, seine eigene Stadt verklagt. Das berichtet der „Spiegel“ in seiner Online-Ausgabe.

Der offen schwule Grün-Politiker will damit erreichen, dass die Stadt Lebens- und Ehepartner beim Ehegatten-Zuschlag gleich behandelt. Der 53-jährige Erichson ist seit vergangenem Sommer mit seinem Freund Berthold Quast verpartnert.

Nach dem baden-württembergischen Beamtengesetz stehen die 108,14 Euro pro Monat nur Ehepartnern zu, andere Bundesländer wie Hamburg, Berlin, Bremen und Brandenburg zahlen ihn aber auch an schwule und lesbische Lebenspartner. „Ich fühle mich sexuell diskriminiert“, sagt Erichson dem „Spiegel“. Bei den Pflichten seien Homosexuelle der Ehe gleichgestellt, bei den Rechten aber nicht.

Erichson ist nicht der erste schwule Beamte, der deswegen die Heidelberger Stadtverwaltung verklagt. Am 10. Februar wird beim zuständigen Verwaltungsgericht die Klage eines Kollegen verhandelt. Dieser kämpft bereits seit Jahren um den Ehegatten-Zuschlag für seinen Partner. Wann über Erichsons Klage entschieden wird, ist noch offen.

Ihm gehe es aber nicht ums Geld, er wolle eine politische Diskussion befördern. „Wenn ich es als Bürgermeister für Gleichstellung nicht mache, wer dann?“, so Erichson.