Schweiz: Mehr schwule HIV-Neuinfektionen

Erschreckende Zahlen kommen aus der Schweiz: Immer mehr schwule Männer infizieren sich dort mit HIV. So wurden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) für das Jahr 2008 bis jetzt 766 HIV-Diagnosen gemeldet, das BAG erwartet aber noch 20 bis 30 Nachmeldungen.

Damit wäre die Zahl der Neuinfektionen mit dem AIDS-Erreger etwas höher als 2007. Die Situation sei „stabil, aber auf sehr hohem Niveau“, so das Amt.

Die wahren Probleme werden bei der Detailauswertung der Zahlen offensichtlich: Denn unter schwulen Männern steigt die Zahl der HIV-Positiven Jahr für Jahr an. So waren von 327 Neuinfektionen im letzten Jahr schwule Männer betroffen. Das sind ziemlich genau doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren. Im Jahr 2003 hatten sich in der Schweiz 159 schwule Männer mit dem Virus infiziert.

Die Hälfte der im letzten Jahr neu gemeldeten Infektionen geschahen nur wenige Wochen vor dem Test. Das heißt, dass sämtliche Aufklärungsmaßnahmen, die homosexuelle Männer in der Schweiz zu Safer Sex animieren sollten, fehlgeschlagen sind: „Ein Effekt der im Frühjahr von der Aids-Hilfe Schweiz durchgeführten Kampagne ‚Mission Possible‘ ist nicht ablesbar“, stellt das Bundesamt ernüchternd fest.

Zurückgegangen ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen hingegen bei Drogenabhängigen. Dort zählte das BAG nur 28 Fälle bis Ende des Jahres gegenüber 60 im Jahr 2007. Deutlich von 148 auf 97 sank auch die Zahl der Infektionen bei Migranten aus dem südlichen Afrika.