Zum Valentinstag: Bayerischer Priester segnet auch schwule und lesbische Paare

Eine Gegenbewegung zum derzeitigen Kurs des Vatikans kommt aus Bayern, der Heimat von Benedikt XVI.. Wie das „Oberbayerische Volksblatt“ berichtet, lädt der Pfarrer von Waldkraiburg, Martin Garmaier, ganz bewusst auch schwule und lesbische Paare zu einem Segensgottesdienst für alle Verliebten, Verlobten und Verheirateten ein.

Bei dem Gottesdienst am 13. Februar, dem Vorabend des Valentinstages, soll an dessen Namensgeber, Bischof Valentin von Terni, erinnert werden. Er lebte im 3. Jahrhundert und starb den Märtyrertod. Der Legende nach traute er auch römische Soldaten, die auf Befehl des Kaisers unverheiratet bleiben mussten. In dieser Tradition sieht Garmaier seinen Segensgottesdienst. „Die Liebe zweier Menschen, die aus unserem Glauben heraus auch Gott mit seiner Liebe und seinem Segen begleitet, soll damit ihren eigenen Tag und Würdigung bekommen“, schreibt er in den Pfarrnachrichten.

Dass die Einladung auch an schwule und gleichgeschlechtliche Paare geht, ist für den Pfarrer eine logische Konsequenz. Denn die von Gott gesegnete Liebe zweier Menschen könne nicht auf die Ehe beschränkt werden. Das heißt, „dass der Segen auch unverheirateten Paaren zugesprochen werden soll. Dazu gehören auch homosexuelle Paare, die in Liebe aufeinander verwiesen sind.“, schreibt Garmaier. Er betont, dass auch Homosexuelle „sich freuen dürfen, wenn sie geliebt sind und andere lieben. Gott macht in seiner Liebe auch vor dieser Liebe nicht halt.“

Garmaier räumt ein, dass dies „für einige anstößig sein mag“, sieht aber sogar das Kirchenrecht auf seiner Seite. Denn selbst der Katechismus der römisch-katholischen Kirche von 1997 ruft zur Achtung der Würde homosexuell veranlagter Menschen auf und „dieser nicht geringen Anzahl mit Achtung zu begegnen“.